Chronik des Musikvereins
Chronik des Musikvereins
Seit seiner Gründung im Jahr 1923 – mitten in Zeiten der Inflation – ist der Musikverein Wendlingen ein fester Bestandteil des kulturellen Lebens unserer Stadt.
Was mit einer kleinen Versammlung im Gasthaus Adler begann, entwickelte sich über die Jahrzehnte zu einem überregional geschätzten Blasorchester mit bewegter Geschichte, leidenschaftlichen Musikerinnen und Musikern und großem ehrenamtlichem Engagement.
In unserer Chronik blicken wir zurück auf prägende Momente, musikalische Erfolge, freundschaftliche Verbindungen – und auf eine Gemeinschaft, die seit über 100 Jahren den Ton angibt.
Überzeuge dich dich selbst von unserer spannenenden Geschichte!
Der erste Anlauf
Am 14. Juli 1923 wurde im Gasthaus Adler die Gründung des Musikvereins Wendlingen ins Leben gerufen.
Der damalige Musikdirektor von Bad Urach, Gottlob Mahle, der den Verein von 1948 bis 1949 musikalisch leitete, stellte an diesem Abend die Ziele und den Zweck des zu gründenden Vereins vor. Noch im gleichen Verlauf des Abends wurde ein provisorischer Ausschuss gewählt, dessen Vorsitz später von Eugen Bäuerle übernommen wurde.
Da die Versammlung zu schwach besucht war, wurde beschlossen, eine Woche später nochmals eine Versammlung abzuhalten.

Die Gründung
Am 21. Juli wählten die 36 Gründungsmitglieder Eugen Bäuerle zum ersten Vorsitzenden.
In der darauf folgenden Ausschusssitzung wurde eine Aufnahmegebühr von 5.000 Mark und ein monatlicher Beitrag von 20.000 Mark festgelegt.
Bereits bei der Gründung zeigte sich der Verein offen für Musiker aus benachbarten Gemeinden, da auch Musiker aus Köngen anwesend waren – eine Besonderheit in einer Zeit, in der solche grenzüberschreitenden Verbindungen nicht üblich waren. Diese Offenheit hat sich bis heute erhalten und macht den Musikverein zu einer kulturellen Einrichtung über Wendlingens Grenzen hinaus.
Der musikalische Erfolg ließ nicht lange auf sich warten: Unter der Leitung von Dirigent Karl Enßlin erzielte die Kapelle bei Preisspielen in Kirchheim und Untertürkheim in der Unterstufe jeweils 1.-Preise.
Schon 1925 wurde eine Fahne angeschafft, die bis heute das Symbol für die erfolgreiche Gemeinschaft und zukunftsorientierte Ziele des Vereins ist.
Erste Meilensteine
Wiederaufleben des Blasorchesters
Nach den Entbehrungen des Zweiten Weltkriegs, als viele Vereine ihre Aktivitäten einstellen mussten, konnte das Blasorchester des Musikvereins Wendlingen bereits im Mai 1946 wieder auf sich aufmerksam machen. In dieser Zeit leistete der damalige Dirigent, Musikdirektor Gottlob Mahle, wichtige Aufbauarbeit, die das Fundament für die Zukunft des Vereins legte.
Als Anerkennung für sein Engagement wurde ihm die Ehrendirigentenwürde verliehen.
Kontinuität
Im Jahr 1949 wurde mit der Wahl von Friedrich Götz zum Vorsitzenden eine Tradition begründet, die maßgeblich zur Stabilität und zum Erfolg des Musikvereins Wendlingen beitrug.
Götz leitete den Verein 16 Jahre und sorgte für eine kontinuierliche und erfolgreiche Vereinsarbeit.
Diese Tradition wurde später von den langjährigen Vorsitzenden Werner Valet (22 Jahre) und Herbert Block (14 Jahre) fortgeführt.
Die langen Amtszeiten zeugen nicht nur von dem überaus großen Engagement dieser Vorsitzenden für ihren Verein, bei dem sicher des Öfteren private Interessen zurückstehen mussten, nein, sie sind auch ein Indiz des Vertrauens der Vereinsmitglieder in die Arbeit dieser Männer.
Dass dieses Vertrauen gerechtfertigt war, bestätigen die Erfolge, die der Verein unter diesen Vorsitzenden feiern konnte.
Internationale Freudschaften
Bereits 1956 begann der Musikverein Wendlingen unter Friedrich Götz, freundschaftliche Beziehungen zu ausländischen Musikvereinen zu pflegen.
Dies begann mit einem Besuch der Musikkapelle Grüningen in der Schweiz. In den folgenden Jahren wurden Gastauftritte bei Vereinen in St. Margarethen - Österreich, Sochaux - Frankreich, Völlan - Südtirol, Mirandola - Italien sowie in den Partnerstädten Wendlingens in Dorog - Ungarn und Saint Leu - Frankreich organisiert.
Neues Outfit
1966 wurde unter der Leitung von Friedrich Götz beschlossen, das Blasorchester mit einer traditionellen schwäbischen Tracht aus der Region auszustatten.
Diese Entscheidung prägte das heutige Outfit des Orchesters, das noch immer als Markenzeichen des Vereins gilt.
Ehrung von Friedrich Götz
Friedrich Götz, der neben seiner Tätigkeit als Vorsitzender auch auf 40 Jahre aktive Musikerkarriere zurückblicken konnte, wurde 1963 mit der Ehrenurkunde des Bundespräsidiums des Deutschen Volksmusikerbundes ausgezeichnet.
Diese seltene Ehrung war ein Höhepunkt seiner Verdienste. Unter seiner Leitung etablierte sich der Musikverein Wendlingen mit den Dirigenten Rometsch, Urschel und Hytrek als wichtiger Kulturträger in der Stadt Wendlingen.
Musikalischer Erfolg beim Landesmusikfest
Ein musikalischer Höhepunkt während der Amtszeit von Friedrich Götz war das Erreichen des Ersten Ranges in der Oberstufe beim Preisspiel anlässlich des Landesmusikfestes in Bad Bramstedt, Schleswig-Holstein.
Dieser Erfolg stellte einen wichtigen Meilenstein in der Geschichte des Musikvereins Wendlingen dar.
Werner Valet wird Vorsitzender
1966 übernahm Werner Valet das Amt des Vorsitzenden des Musikvereins Wendlingen, nachdem er bereits seit 1961 als Zweiter Vorsitzender aktiv war.
Zu Beginn seiner Amtszeit traf er eine wegweisende Entscheidung, indem er Waldemar Götz als Dirigenten des Blasorchesters berief. Dies legte den Grundstein für eine über 20 Jahre andauernde erfolgreiche Zusammenarbeit.
Musikalische Exzellenz
Waldemar Götz setzte stets auf ein hohes musikalisches Niveau und erreichte mit akribischer Probenarbeit, dass das Orchester überregional als hervorragendes Oberstufenorchester bekannt wurde.
Bei den Wertungsspielen erzielte das Blasorchester regelmäßig den Ersten Rang mit Auszeichnung, was den Erfolg und das Niveau der Kapelle unter seiner Leitung unterstrich.
Erfolgreiche Zusammenarbeit
Unter der Leitung von Waldemar Götz etablierte das Blasorchester Wendlingen die konzertante Blasmusik. Götz integrierte früh Originalkompositionen und internationale Werke in die Programme, was das Orchester zu einem hoch anerkannten Ensemble machte. Ein Höhepunkt war das Kurkonzert in Bad Cannstatt 1970, bei dem mehr als 1.000 Zuhörer anwesend waren. Das Orchester begeisterte nicht nur mit konzertanter Musik, sondern auch bei Festen und Umzügen, etwa beim Trachtenumzug zum Oktoberfest 1972.
Erfolge und Medienpräsenz
1974 kehrte das Blasorchester mit einer Auszeichnung vom Bundesmusikfest in Sindelfingen zurück – ein weiterer Beweis für das hohe musikalische Niveau des Vereins.
Zwei Jahre später folgte ein besonderer Höhepunkt: die Teilnahme an der beliebten Rundfunksendung „Klang und Sang aus Stadt und Land“, die dem Orchester große öffentliche Aufmerksamkeit bescherte.
Feldmusik Neuenkirch
1977 wurde der Grundstein für eine langjährige Freundschaft zwischen dem Musikverein Wendlingen und der Feldmusik Neuenkirch aus der Schweiz gelegt. Die Musiker aus Neuenkirch waren zu Gast beim Volksmusikfest in Wendlingen, was den ersten Austausch zwischen den beiden Vereinen markierte.
Jubiläumsreise nach Neuenkirch
Im Jahr 1980 reiste das Blasorchester des Musikvereins Wendlingen anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Feldmusik Neuenkirch in die Schweiz. Während der Reise fand ein Galakonzert in Neuenkirch statt, und die Wendlinger Musiker wurden bei einem Platzkonzert auf dem Altstadtfest in Luzern mit großem Beifall empfangen.
Gemeinsames Orchester zum Stadtjubiläum
In der Ära Valet/Götz begann auch die enge musikalische Zusammenarbeit mit dem Musikverein Unterboihingen.
Ein beeindruckendes Beispiel dieser Kooperation war das gemeinsame Orchester anlässlich des 850-jährigen Stadtjubiläums von Wendlingen im Jahr 1982, bei dem beide Vereine vereint auftraten und ein musikalisches Zeichen für Zusammenhalt und Gemeinschaft setzten.
Abschied vom Dirigentenpult
Nach über zwanzig Jahren übergab Waldemar Götz im Rahmen der Winterfeier 1987 den Dirigentenstab. Für seine Verdienste wurde er mit der goldenen Ehrennadel ausgezeichnet.
Unter seiner Leitung hatte sich die Kapelle zu einem Blasorchester mit beeindruckender Qualität entwickelt – auch über die Stadtgrenzen hinaus.
In einem Artikel zum Abschiedskonzert wurde besonders die außergewöhnliche Dynamik und Präzision des Orchesters hervorgehoben.
Ein Leben für die Musik
Trotz seines Abschieds als Dirigent blieb Waldemar Götz dem Orchester treu. Anders als viele andere zog er sich nicht zurück, sondern musizierte bis 2021 aktiv als Es-Klarinettist mit. Mit seinem anhaltenden Engagement ist er ein wertvolles Vorbild für die nachfolgenden Generationen im Musikverein Wendlingen.
Musikalische Reise nach Saint Leu
Unter der musikalischen Leitung von Heinrich Zipse reiste das Orchester im September 1989 zur Partnerstadt Saint Leu la Forêt nahe Paris.
Der Auftritt bei den Partnerschaftsfeierlichkeiten war ein bedeutender Beitrag zur internationalen Freundschaft und ein Höhepunkt im Vereinsjahr.
Neues Führungsduo und frischer Wind
Im selben Jahr gab es auch einen Wechsel in der Vereinsführung: Nach über 20 Jahren übergab Werner Valet den Vorsitz an Herbert Block, unterstützt von Susanne Schwab als Zweite Vorsitzende.
Gemeinsam gelang es ihnen, neue Zielgruppen für die Blasmusik zu begeistern und dem Musikverein Wendlingen eine breitere gesellschaftliche Anerkennung zu verschaffen.
Martin Schmelcher wird Dirigent
Im Jahr 1989 übernahm Martin Schmelcher, ein ehemaliges Mitglied des Musikvereins Wendlingen, das Dirigentenamt. Nach seinem Trompetenstudium an der Musikhochschule Stuttgart kehrte er zurück zu seinem Heimatverein. Damit gelang dem neuen Vorsitzenden Herbert Block – ähnlich wie einst Werner Valet – gleich zu Beginn seiner Amtszeit ein entscheidender Schritt zur Festigung des musikalischen Erfolgs des Vereins.
Martin Schmelcher setzte den von Waldemar Götz eingeschlagenen Weg konsequent fort und etablierte sich mit großer Fachkompetenz und Leidenschaft als neuer musikalischer Leiter.
Als Dozent an der Musikschule Köngen/Wendlingen erkannte er früh die Bedeutung professioneller Jugendarbeit für die Zukunft eines leistungsfähigen Orchesters.
Aufbauarbeit mit Weitblick
Dank der Offenheit des jungen Dirigenten Martin Schmelcher der ebenfalls als Dozent an der Musikschule Köngen/Wendlingen tätig war, kam es bald zu einer Kooperation zwischen Musikverein und Musikschule, die bis heute als ein Erfolgsmodell gilt.
Durch diese Zusammenarbeit konnten erstmals auch Stimmen wie Fagott, Oboe, Bass- und Altklarinette dauerhaft besetzt werden – durch junge Musiker, die an der Musikschule ausgebildet und in der Jugendkapelle, ebenfalls unter Leitung von Martin Schmelcher, gefördert wurden.
Um die Jahrtausendwende zählte das Jugendblasorchester über 60 Musiker – eine Zahl, die im Vergleich zu anderen Vereinen außergewöhnlich hoch war. Dabei wurde nicht nur Wert auf Quantität, sondern auch auf Qualität gelegt. Bei Jugendkritikspielen erreichte das Orchester regelmäßig sehr gute Bewertungen.
Probenwochenenden, D-Lehrgänge des Kreisverbands und die Gründung eines Vororchesters (seit 2004 unter der Leitung von Wolfgang Beichter) machten die Jugendarbeit noch professioneller. Auch Auftritte bei befreundeten Vereinen sind inzwischen fester Bestandteil der Ausbildung.
Weiterbildung, Ensemblearbeit und professionelles Probenklima
Martin Schmelcher bildete sich kontinuierlich weiter – unter anderem bei renommierten Dirigenten wie Harry D. Bath, Pierre Kuipers, Timothy Reynish oder Felix Hauswirth. Er förderte das Musizieren in kleinen Ensembles, initiierte Projekte mit anderen Musikgruppen und setzte auf regelmäßige Wertungsspiele. Seine Probenarbeit zeichnet sich durch hohe Professionalität, ergänzende Registerproben und intensive Probewochenenden mit zusätzlichen Dozenten aus.
Diese Wochenenden sind nicht nur musikalisch bedeutend, sondern auch wichtig für den kameradschaftlichen Austausch unter den Musikerinnen und Musikern.
Konzertleben – Vielfalt und Qualität
Das Frühjahrskonzert am Palmsonntag entwickelte sich zu einem musikalischen Höhepunkt im Jahresverlauf. Das Publikum erhält dabei einen umfassenden Einblick in die Vielfalt der sinfonischen Blasmusik.
Werke internationaler Komponisten wie Philip Sparke, Alfred Reed, Jacob de Haan oder Jan van der Roost stehen neben traditionellen Märschen und Polkas. Häufig bereichern namhafte Solisten das Programm. Gastvereine sorgen für zusätzliche musikalische Farbtupfer.
Kontinuierlicher Erfolg bei Wertungsspielen
Die Teilnahme an Wertungsspielen unter der Leitung von Martin Schmelcher war durchweg von Erfolg gekrönt:
- 1993 (Kirchheim): „Oregon“ – sehr gut (Oberstufe)
- 1995 (Esslingen): „Utopia“ – sehr gut (Oberstufe)
- 1997 (Weilheim): „Second suite in F“ – sehr gut (Oberstufe)
- 1999 (Nürtingen): „Of Sailors and Whales“ – sehr gut (Höchststufe)
- In Neuffen („Jubilee Overture“) und Plochingen („Orient Express“) wurde jeweils die neue Bewertung „mit hervorragendem Erfolg“ erzielt.
- 2006 (Villingen-Schwenningen): 6. Platz beim Wettbewerb im Rahmen des Landesmusikfestivals.
75 Jahre Musikverein Wendlingen
Das 75-jährige Jubiläum wurde 1998 mit mehreren hochkarätigen Veranstaltungen gefeiert. Den musikalischen Höhepunkt bildete ein Gemeinschaftskonzert mit der Feldmusik Neuenkirch unter der Leitung von Isabelle Ruf-Weber.
Gemeinsam spannte man einen Bogen symphonischer Blasmusik auf höchstem Niveau. Weitere Festveranstaltungen zeigten die große Bandbreite des Orchesters – von bäuerlicher Tanzmusik bis zur Jazz-Big-Band.

Musikverein weit über Stadtgrenzen hinaus bekannt
Der Musikverein Wendlingen wurde durch zahlreiche Auftritte bekannt – u.a. beim Volksfestumzug in Bad Cannstatt, bei Kur- und Platzkonzerten in Bad Boll, Bad Reichenhall, Eschbach oder Leinstetten.
Große Projekte wie die Aufführung der „Carmina Burana“ auf dem Hohenneuffen mit über 100 Mitwirkenden, ein Konzert mit einer Rockband zum Jubiläum des Zeltspektakels sowie eine „Italienische Nacht“ in der Stadtmitte zeigten eindrucksvoll die Vielseitigkeit des Orchesters.

Zwei CDs als klingende Visitenkarte
1998 wurde anlässlich des Jubiläums die erste CD mit Titeln wie „Marsch der Medici“, „Brinpolka“ und „Oregon“ veröffentlicht. 2008, zum 80-jährigen Jubiläum, erschien die zweite CD mit dem Titel „Von Seefahrern und ...“, u. a. mit dem Stück „Of Sailors and Whales“.
Beide Tonträger sind im Vereinsheim erhältlich und dokumentieren eindrucksvoll die musikalische Bandbreite des Großen Blasorchesters.

Dirigentenwechsel nach 28 Jahren
Nach 28 Jahren als musikalischer Leiter des Musikvereins Wendlingen verabschiedete sich Martin Schmelcher 2017 von seinem Amt als Dirigent. Unter seiner langjährigen Leitung entwickelte sich das Orchester kontinuierlich weiter, sowohl musikalisch als auch strukturell. Mit seinem Engagement, seiner Professionalität und der engen Zusammenarbeit mit der Musikschule prägte er eine ganze Generation von Musikerinnen und Musikern.

Markus Frieß übernimmt die musikalische Leitung
Im gleichen Jahr übernahm Markus Frieß den Dirigentenstab. Der gebürtige Beurener verfügt über eine fundierte Ausbildung mit dem Abschluss "Bachelor of Music" – inklusive Nebenfächern wie Komposition und Klarinette. Seit über 17 Jahren leitet er eine private Musikschule in Rheinhausen und Herbolzheim im Breisgau, wo auch seine Familie lebt. Der Wunsch, ein Oberstufenorchester zu dirigieren, sowie die Nähe zu seiner Heimat führten ihn schließlich nach Wendlingen.

Erwin Nehlich wird Dirigent des Großen Blasorchesters
Im Jahr 2021 übernahm Erwin Nehlich die musikalische Leitung des Großen Blasorchesters des Musikvereins Wendlingen. Der 1959 in Oberboihingen geborene Musiker ist seit seiner Schulzeit eng mit der Musik verbunden. Nach seinem Studium der Orchestermusik mit Hauptfach Posaune an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Mannheim, absolvierte er eine private Dirigierausbildung bei Prof. Miguel Monroy. Mit seiner langjährigen Erfahrung – unter anderem als Wertungsrichter beim Blasmusikverband Baden-Württemberg seit 1993 – bringt Nehlich sowohl musikalisches Fachwissen als auch pädagogisches Feingefühl in seine Arbeit ein.

100 Jahre Musikverein Wendlingen – Jubiläum voller Klang und Gemeinschaft
Als Traditionsverein der Stadt Wendlingen am Neckar feierte der Musikverein Wendlingen im Mai 2023 sein 100-jähriges Bestehen mit einem großen Festwochenende am Festplatz „Im Speck“. Vom 18. bis 21. Mai bot das Jubiläumsfest im Festzelt ein abwechslungsreiches Programm für Jung und Alt. Den Auftakt bildete die Vatertagshocketse mit Blasorchester, Jugendkapelle Unisono sowie befreundeten Musikvereinen. Am Freitag verwandelten „Fättes Blech“ und „Saustoimusi“ das Zelt in einen energiegeladenen Konzertsaal. Der Samstag stand im Zeichen eines bunten Familientags mit Instrumenten-Ausprobieren, Vereinsangeboten und viel ehrenamtlichem Einsatz – insgesamt 437 Helferschichten machten das Fest möglich. Am Abend sorgten „Die Grafenberger“ für ausgelassene Stimmung. Ein ökumenischer Gottesdienst und ein Blasmusiktag mit Massenchor rundeten das Jubiläum würdig ab – ein Fest, das Gemeinschaft und Musik eindrucksvoll verband.

Ein echter Gewinn - Dirigent Johannes Hammer
Seit 2023 steht mit Johannes Hammer ein engagierter und erfahrener Musiker am Dirigentenpult des Musikvereins Wendlingen.
Johannes Hammer wurde 1990 geboren. Er stammt ursprünglich aus Essingen, lebt mit seiner Familie aber derzeit in Kirchheim unter Teck und arbeitet hauptberuflich als Lehrer für Geschichte und katholische Religionslehre in Ostfildern.
Seine musikalischen Wurzeln reichen zurück zum Musikverein Essingen, wo er im Alter von ca. sieben Jahren zunächst Klarinette und später Saxophon erlernte. Früh engagierte er sich auch außerhalb seines Stammvereins – unter anderem im Kreisjugendblasorchester Ostalb, dem er über zehn Jahre angehörte, davon rund sechs Jahre als Konzertmeister.
Auch wenn er sich nach dem Abitur im Jahr 2009 bewusst gegen ein Musikstudium entschied, blieb die Musik stets ein zentraler Bestandteil seines Lebens. Von 2013 bis 2023 war Johannes Hammer als Jugenddirigent in seinem Heimatverein tätig. Nach dem erfolgreichen Abschluss des C1-Lehrgangs übernahm er zudem von 2014 bis 2018 die Leitung der Jugendkapelle des Musikvereins Mössingen. Nicht zuletzt dirigierte er von 2016 bis 2023 das Stammorchester des Musikvereins Essingen.
Mit Johannes Hammer haben wir einen äußerst wertvollen neuen Dirigenten gewonnen, der musikalische Kompetenz, pädagogisches Feingefühl und leidenschaftliches Engagement auf ideale Weise miteinander verbindet.

Erstes Wertungsspiel unter neuem Dirigent
Am 31. Mai 2025 nahm der Musikverein Wendlingen am Deutschen Musikfest in Ulm teil und absolvierte dort das erste Wertungsspiel unter der Leitung des neuen Dirigenten Johannes Hammer.
Mit den beiden Wertungsstücken „Fiskinatura“ und „Don Quixote“ stellte sich das Orchester der Jury in der Kategorie 4 und erreichte mit 87,8 Punkten das Prädikat „teilgenommen mit sehr gutem Erfolg“.